Kingsman: The Secret Service

"Stehen Sie auf Geheimagentenfilme Mr DeVille?" Fuck ja! "Desto abstruser die Verschwörung, desto besser?" Ja man!
An einem verregneten Feiertag, an dem wir uns entschlossen haben keine 200 km auf uns zu nehmen um Freunde oder Familie zu treffen, sind wir wenigstens mal wieder ins Kino gegangen. Ein Glück: "Kingsman" lief noch. Also rein in den Streifen. Ich erwartete eine Parodie von all den Bonds, Bourns und Mission Impossibles dieser Welt. Erwartung erfüllt. An manchen Stellen sichtlich inspiriert von einem Tarantino oder Rodriguez, vermag der Film es, Spannung, Unterhaltung und Witz gleichermaßen zu erzeugen. Ich glaube ja fast, dass minimum die Hälfte des Publikums im Kino nicht gewusst hat, auf was sie sich einlässt, geschweige denn während dem Film wahrgenommen hat, dass es sich hierbei um eine Parodie handelt. Für mich, jemand der mit den Avengers, den Expendables und so manch anderem Actionkracher nicht so viel anfangen kann war der Film ein riesen Spaß.
Denn gerade zu meisterlich gelingt die Kunst einen Film zu machen der sich zwischen einem ach so ernsten 007 und einem viel zu albernen Austin Powers wiederfindet, dem Arthouse gerecht wird und trotzdem für die Mehrzahl der Kinogänger ansprechend erscheint. Sehr wahrscheinlich wird es viele Kinogänger geben, die mit dem Streifen nichts anfangen können. Vielleicht aber auch welche wie mich, die eine Menge Spaß mit dem Film haben.

Nun zur Erklärung warum:

  1. Übertreibung wird mindestens so groß geschrieben wie bei dem wunderbaren Kickass ohne jedoch überhaupt den Versuch zu unternehmen sich ernst zu nehmen, wie die vielen anderen Actionfilme da draussen.
  2. Die Parodie kommt nicht zwingend offensichtlich doch stetig daher, so dass ich mit einem Dauergrinsen gesegnet war, was die meisten im Kino übrigens nicht teilten. Jedenfalls nur die wenigsten wenn ich mich mal umgesehen habe. Ich frage mich warum.
  3. Gewalt. Zu meiner Überraschung wurde nicht mit Ihr gespart. Sie passt so wunderbar in das Gesamtbild um im Kontext ein sprichwörtliches Feuerwerk zu zünden. Nichts für zartbeseidete Kinogänger.
  4. Der Humor des Films ist oft so unterschwellig, dass ich sicher bin nicht über jeden Joke gelacht zu haben.
  5. Die Kamemra insziniert Kämpfe nicht nur ohne Makel oder große Wackler, sondern bedient sich sogar immer mal wieder der Egoperspektive.
  6. Parodiert werden nicht nur die Agentenfilme sondern auch unsere Welt des Fortschrittes mit all ihren Errungenschaften. Sei es die "veraltete" Geheimagentenwaffe Smartphones, biometrische Erkennung oder anere Gadgets die hier zur Anwendung kommen.
  7. Die nur beiläufig angesprochenen sozialkritischen Themen werden bewusst flach und simpel transportiert. Auch dies könnte man als Parodie sehen. So verkommen diese Themen fast in allen Comicverfilmungen auch meist zur Nebensache, die nie wirklich behandelt, sondern allenfalls mal angesprochen wird. Übrigens handelt es sich auch hier um eine Vorlage in Form eines Comicbuches.

Mir haben sie Spaß bereitet die Kingsman. Aber ich kann jetzt schon sagen, dass der angekündigte zweite Teil mich vermutlich kalt lassen wird, denn ich finde der Film steht super für sich alleine und das Gesamtwerk braucht keine weiteren Teile um zu wirken. Im Gegenteil!

"Danke für solch ein Happy Meal."