Film: Chef

Es muss nicht immer der Hummer sein oder ein Sechsgängemenü mit 5 Sternen. Weder wenn es ums Essen geht, noch im Leben selbst.
Was der hungrige Zuschauer hier vorgesetzt bekommt ist im Grunde leichte Kost für zwischendurch. Die Geschichte um einen verlassenen Vater ist nicht neu. Fast so simpel wie ein Eieromlett. Im Grunde ganz einfach, kann es mit den richtigen Zutaten zur richtigen Zeit am richtigen Ort dennoch zu etwas ganz Besonderem werden. Trotz seiner durchaus berechenbaren Handlung konnte mich der Film noch überraschen. Vergleichbar mit dem Gericht eines Sternekochs sind es die feinen Details, die Nuancen, die den Unterschied ausmachen um aus einem Braten ein Festmahl machen wie in Chef. Meine Geschmacksnerven hat es getroffen.
Was mir insbesondere gefällt ist, dass mir hier kein Hollywood Standard - “Menu a la Card” für die ganze Familie serviert wird. Vielmehr habe ich das Gefühl das ich mich im aus Leidenschaft betriebenen Familienrestaurant um die Ecke niedergelassen habe statt in einer beliebigen “Hollywoodkette” ihrer Wahl. Ich denke hier hat nicht nur der Chefkoch sondern es haben vor allem alle weiteren Darsteller einen großen Teil dazu beigetragen, denen man ihre Rollen mehr als abkauft.
Ich musste das ein oder andere Mal tatsächlich laut auflachen, hab mich wieder erkannt und wurde mit einem guten Gefühl zurück gelassen. Ganz nebenbei rechnet der Film noch mit den Kritikern aller kreativen Schaffensbereiche ab. Jon Favreau, welcher eigens für die Rolle einen Kochkurs in Paris besucht hat, macht gegen Schluss als Carl Casper noch eine sehr deutliche Ansage in Richtung der Kritiker. Alleine das ist es schon wert diesen Film im Zeitalter von Shitstorms und einer allzu leichtfertigen Kommentarkultur anzusehen.
Kritisieren ist einfacher als Schaffen aber Herzblut und Liebe sorgen häufig für das Ergebnis des Schaffenden. Genauso wie in dem Film Chef.